Historie

Die Geschichte der Burg Wassenberg

Es kann angenommen werden, dass in der Römer- oder in der Normannenzeit auf dem Wassenberger Burgberg eine Wehranlage existierte.

Urkundlich steht fest, dass die Wassenberger Burg im Besitz folgender Personen war:

Kaiser Heinrich II (1002 – 1024) schenkte Burg und Land Wassenberg um 1020 dem Edelherren von Antoing aus Flandern.

Gerhardus Flaminus, Graf von Teisterband und Verluwe

Dessen Sohn Derick von Veluwe und Graf von Teisterband und Graf von Teisterband. Er starb am 18. Oktober 1082 im Schloss Kerker des Gottfried von Bouillon (König von Jerusalem).

Dessen Sohn Gerhard II von Wassenberg (1082-1118), verheiratet mit Clementia von Gleiberg.

Deren Sohn Gerhard III. von Wassenberg und Geldern, verheiratet mit Irmgard von Züthpen.

Gerhards Schwester Jutta erhält Wassenberg als Heiratsgut zu Ihrer Hochzeit mit Walram III. von Arlon-Limburg, welcher seit 1125 Herzog ist und im Jahr 1139 stirbt. 1159 ist Juttas Todesjahr. Die Vorfahren der Jutta von Wassenberg führen Ihren Stammbaum auf Karl den Großen zurück. Zu Ihren Nachfahren zählt auch das Königshaus der Niederlande.

Sohn Heinrich III., Herzog von Limburg (1139-1167). Er stirbt vor Rom an der Pest.

Sohn Heinrich IV., Herzog von Limburg (1167-1221). Er überlässt Burg Wassenberg dem Erzbischof zu Köln für 1700 Mark.

Söhne Heinrich V., und Walram übernehmen das Herzogtum Limburg mit Wassenberg und Monschau zusammen mit dem Vater.

Gerhard erhält 1202 Wassenberg alleine als Erbgut (Gerhard V.). Er heiratet Beatrix von Merheim. 1206 Schlacht bei Wassenberg.

1206 tobt bei Wassenberg die Entscheidungsschlacht im Thronkrieg zwischen dem Staufen Phillip von Schwaben (Sohn Friedrich Barbarossas und Bruder Heinrich des IV.) und dem Welfenkönig Otto IV. von Braunschweig (Sohn Heinrichs des Löwen). Philip von Schwaben ist Sieger der Schlacht bei Wassenberg. Der Erzbischof von Köln wird auf der Burg Wassenberg gefangen genommen. Otto IV. Entkommt nach Köln, wo Heinrich IV. die Stadt verteidigte.

Sohn Gerhard II. (Gerhard VI.) verheiratet mit der Tochter des Heinrich von Lothringen (die Ehe wurde vom Papst aufgelöst). Er stirbt 1254.

Gerhard III. (Gerhard VII.). Er stirbt 125, Wassenberg fällt nun zurück an Limburg und zwar an:

Walram IV. von Limburg, verheiratet mit Jutta von Kleve. Seien einzige Tochter Irmgard (1280-1283) wird Erbin von Limburg und Wassenberg. Sie stirbt 1283.

Erbstreit um Limburg und Wassenberg (1283-1288), bzw. 1295.

Erzbischof Siegfried von Westerburg erhält Burg und Land von Wassenberg von Reinhard von Geldern.

Johann von Brabant erhält 1283 Land und Burg Wassenberg von Adolf von Berg. Beide nehmen 1288 in der Schlacht bei Worringen das limburgische Erbe in Anspruch und erhalten ihre Bestätigung durch den Sieg.

Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg, will Wassenberg nicht an Brabant abgeben, deshalb erobert Johann I. Wassenberg und zerstört Stadt und Burg.

Johann II., Herzog von Brabant (1295-1313) erhält endgültig Wassenberg. Er ist mit der Tochter von Eduard I., König von England, verheiratet.

Johann III., der Triumphierende genannt (1312-1355), Herzog von Lothringen, Brabant und Limburg mit Wassenberg. Er ist verheiratet mit Maria, Tochter des Königs Ludwig von Frankreich. Sie stirbt 1335.

Johanna (1335-1406) Tochter und Erbin vermählt sich:

a) mit Wilhelm IV., Graf von Holland (Er starb 1345)

b) mit Wenzel von Böhmen, Herzog von Luxemburg (Er starb 1383). Wenzel ist der Sohn des Königs von Böhmen und Bruder Kaiser Karls IV.

Die jüngeren Geschwister Johannas:

a) Margarete (1323-1368) vermählt sich mit Ludwig, Graf von Flandern (gestorben 1384)

b) Maria (1325-1399), vermählt mit Herzog Reinhald von Geldern (gestorben 1371)

c) Heinrich, Mitregent als Herzog von Limburg (1349-1352).

1404 verzichtet Johanna auf die Regierung zu Gunsten Ihrer Nichte, Tochter von Margarete, und Ludwig von Flandern, ist verheiratet mit Philip dem Kühnen von Burgund.

Aus dieser Ehe geht als zweiter Sohn Antonius von Flandern hervor. Ihm übergibt Margarete die Regierung von Lothringen, Brabant mit Limburg und Wassenberg. Er übergibt den Heinsbergern das Land Wassenberg mit Burg in Pfand und rechnet 2.000 Gulden auf die Pfandsumme für den Wiederaufbau von Burg und Stadtmauer an. Der Burgfried aus dieser Zeit ist heute noch erhalten. 1365 hatten die Heinsberger Burg und Stadtmauern schleifen lassen, um sie dem herzog von Luxemburg, Wenzel, dem zweiten Gemahl Johannas als Verteidigungsstätte unbrauchbar zu machen. Wenzel zieht im Auftrag seines Bruders, Kaiser Karl IV. gegen die Heinsberger und Jülicher, wegen derer Raubrittertätigkeit.

1450 kommt Wassenberg mit Limburg und Brabant an Philip von Burgund (1419-1467). Er ist Nachkomme des bereits erwähnten Philip, dem Kühnen von Burgund.

Karl der Kühne (1467-1477) übernimmt das Erbe Philipps von Burgund, Geldern und Wassenberg.

Seine Erbin ist Maria von Burgund, die Tochter Karls des Kühnen. Sie heiratet Maximilian I. (1493-1519).

Wassenberg kommt nun über Limburg, Brabant, Burgund an den römischen Kaiser aus dem Hause Habsburg, Maximilian I.

Sein Nachfolger ist Kaiser Karl V. (1539-1592). Er ist der Sohn Philipps des Schönen und der spanischen Erbin Johanna. Er übernimmt das Reich, in dem die Sonne nicht untergeht. Durch seine Gemahlin erhält er Spanien mit all seinen Besitzungen auf dem amerikanischen Kontinent dazu,

1480 hat Wilhelm V., der Reiche, von Jülich (1539-1592) von Vincenz von Moers Wassenberg in Pfand erhalten und bei Kaiser Karl V. beantragt, den Besitz von Geldern und Wassenberg Ihm zu bestätigen. Der Kaiser lehnt ab. So kommt es 1542 zum Gelderischen Erbfolgekrieg zwischen Karl V. und Wilhelm V. von Jülich.

Die Jülicher werden besiegt, Kaiser Karl V. kommt nach Wassenberg. Man öffnet Ihm freiwillig die Tore. Er übernachtet am 29. August 1543 auf der Wassenberger Burg. Vom Jahr 1524, dem 23. Mai, liegt eine Privilegien Verleihung des Kaiser Karls an die Stadt Wassenberg vor.

Im Frieden zu Venlo 1543 übergibt Kaiser Karl dem Herzog Wilhelm von Jülich Stadt und Land Wassenberg. Geldern kommt an die Habsburger.

Wilhelm V. bringt Wassenberg wirtschaftlichen Aufschwung. Er selbst hält sich gerne auf Burg Wassenberg auf. In seinen letzten Jahren der Regierung kommt viel Unheil über die Gegend von Wassenberg. Im Truchessichen Krieg (1583-1589) versuchen Wassenberger Bürgernach Köln zu fliehen. Viele werden in der Nähe von Junkersdorf überfallen und ermordet (1586). Der Herzog musste nach den Vereinbarungen des Friedens von Venlo neutral bleiben. In die Regierungszeit Wilhelms V. fällt der Hundertjährige Krieg, der auch die Stadt und das Land Wassenberg stark heimsuchte.

Die Führer der protestantischen Wiedertäufer Bewegung (Kampanus, Roll u.a.) werden durch Amtmann W.v. Palant auf der Burg Wassenberg geschützt und erhalten Asyl.1592 stirbt Wilhelm V. von Jülich. Er war verheiratet mit Maria, der Tochter König Ferdinands. König Ferdinand ist der Bruder und spätere Nachfolger Kaiser Karl V. Aus dieser Ehe ging der schwachsinnige Johann Wilhelm hervor. Johann Wilhelm (1592-1609) stirbt kinderlos. Nach dem Hausgesetz, dem Kaiser Karl V. Bestätigung erteilt, sind die Schwestern Johann Wilhelms als Erben berechtigt. Daher stellen in dem folgenden Jülich-Klevischen Erbfolgekrieg folgende Schwestern Ansprüche auf die Erbfolge:

a) Marie Eleonore, Sie stirbt vor Ihrem Bruder 1608. Die Rechtsansprüche gehen auf Ihre Tochter Anna und deren Gemahl Kurfürst Sigismund von Brandenburg über.

b) Schwester Anna ist vermählt mit dem Pfalzgrafen Philip Ludwig von Pfalz Neuburg. Er überträgt seine Ansprüche auf seinen Sohn Wolfgang Wilhelm.

c) Schwester Magdalene ist mit dem Pfalzgrafen Johann von Zweibrücken vermählt und hat Ihr Anrecht an den Pfalzgrafen v. Pfalz Neuburg abgetreten.

1609 haben beide Possidierenden ihre Besitzergreifungspatente durch Notare an die Stadtmauern Wassenbergs schlagen lassen. Vorerst regieren beide über die Erbländer und zwar der Pfalzgraf von Neuburg und der Kurfürst von Brandenburg.

1614 einigt man sich in Xanten. Pfalz Neuburg bekommt Jülich mit Wassenberg und Berg. Brandenburg erhält die Länder Kleve, Mark, Ravensberg und Ravenstein.

Wolfgang Wilhelm (1614-1653). Mit Ihm beginnt die Reihe der Regenten aus dem Hause Pfalz Neuburg über Jülich und Wassenberg mit der Residenz in Düsseldorf. In seine Regierung fällt der 30 Jährige Krieg. In dem Pest Jahr 1636 liegt ein Regiment Dragoner der Piccolomini Armee auf der Wassenberger Burg. Sie wird von den Protestantischen überfallen (Der Regimentskommandant mit mehreren Offizieren und Mannschaften, sowie 300 Pferde werden nach Roermond gebracht.) Die Wassenberger kommen in Verdacht, Ihnen die Stadttore geöffnet zu haben, um sich der kaiserlichen Truppen zu entledigen. Wolfgang Wilhelm ist ein Förderer der Jesuiten und des Kapuzinerordens. 1650 wird in Wassenberg ein Kapuzinerkloster gegründet.

Philipp Wilhelm (1653-1690). 1685 wird er Kurfürst. Er sichert katholischen, reformierten und lutherischen Religionen gleiche Freiheit der Religionsausübung zu. (Evangelische Kirche und Kirchengemeinde in Wassenberg werden anerkannt.) Philipp Wilhelm und sein Sohn können gegen die Raubkriege Ludwigs XIV. (1672-1678) nichts unternehmen, die dem Land hohe Kriegssteuern auferlegen. Da sie nicht voll bezahlt werden, rücken französische Streitkräfte in die Region Wassenberg und Heinsberg ein.

Johann Wilhelm (1679 bzw. 1690-1716) erhält vom Vater 1679 die Herzogtümer Jülich und Berg, um die Heirat mit der Stiefschwester des Kaisers, der Erzherzogin Maria Anna, zu ermöglichen. 1690, als sein Vater stirbt, wird er Erbe des Kurfürstentums Pfalz. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) steht er an der Seite Leopolds.

Karl Philipp (1716-1742). Er betrachtet das Erzherzogtum Jülich-Berg als Nebenland und hat es nie gesehen.

Karl Theodor (1742-1799) tritt das Erbe Karl Philipps mit 18 Jahren an und ist Bruder des Schwiegersohnes Karl Philipps des Josef Karl von Sulzbach, welcher mit der einzigen Tochter Karl Philipps verheiratet ist. Karl Theodor heiratet die Tochter des Josef Karl v. Sulzbach, um sich die Erbfolge zu sichern. Er steht im zweiten schlesischen Krieg auf der Seite Friederichs des Großen. Erdbeben leiten den Krieg ein (4 heftige Erdstöße am 26. Dezember 1755 um 16.00 und 24.00 Uhr, am 26. Januar 1756 und am 18. Februar 1756 – Letzteres dauerte „2 Vater Unser“.) Im 7 jährigen Krieg (1756-1763) steht er auf Seiten der Kaiserin Theresia gegen Preußen, obschon Friederich d. Große ihm Jülich und Berg überlassen hat. Zu diesem Schritt hat der König von Frankreich mit Geld nachgeholfen.

1799 stirbt Kurfürst Karl Theodor kinderlos. Sein Erbe ist Maximilian Josef von Zweibrücken. Er steht zu Napoleon, der zu Anfang des Jahres 1798 durch das Direktorium der französischen Republik den Bürger Rüdler zum Rhein entsendet und das linke Rheinufer in 4 Departements einteilt.

Im Jahre 1815 kommt das Land Jülich mit Wassenberg, im Zuge des Wiener Kongresses, an Preußen. Die Burg Wassenberg wird an Privatleute verkauft.

Ein Herr Reif kauft nach 1815 die Burg Wassenberg und lässt Sie als Restaurant ausbauen.

Im Jahre 1820 ist der Bürgermeister von Wassenberg und Birgelen, Alexander Packenius, in den Besitz der Wassenberger Burg. Er entstammt einer alten Schöffenfamilie.

Die Erbin des Alexander Packenius ist seine Tochter Maria, welche mit Oskar von Forckenbeck verheiratet ist. (geb. am 28. September 1822 in Minden, gestorben am 29. Juli 1898 in Wassenberg. Oskar von Forkenbeck ist der Gründer des Zeitungsmuseums in Aachen. Sein Grabstein steht auf dem Gelände des Marienhauses in Wassenberg, das von Maria Packenius dem Orden der Vinzentinerinnen gestiftet wurde.

Im Jahr 1873 verkauft Oskar von Forckenbeck die Wassenberger Burg mit den dazugehörigen Ländereien für 18.600 Mark an Theodor Robert Claus, einen Kaufmann aus Roermond.

Seine Tochter Karolina Claus, geb. 19. April 1859 in Roermond, heiratet am 19. September 1882 den Apotheker von Wassenberg, Karl Hubert Gottfried Kofferrath, geb. am 16. Juli 1841, gest. am 20. April 1919). Karolina stirbt am 6. Oktober 1934.

Die Burg kommt in den Besitz der drei Söhne:

a) Dr. Robert Kofferrath, geb. am 6. September 1883, verheiratet mit Mary Richartz aus Gerderath.

Dr. Walter Kofferath, geb. 1885. Sein Anteil geht auf Robert über.

Dr. Karl Kofferath, geb. 1889, verheiratet mit Berta Schrems in München. Aus letzter Ehe geht eine Tochter hervor, die mit der Witwe des Dr. Robert Kofferath, Frau Mary, das Vermögen nach 1948 teilt.

Die Tochter des Karl Kofferath erhielt die Ländereien, die Witwe des Dr. Robert Kofferath die Burg mit den anliegenden 10 Morgen.

Am 31. März 1953 kauft der Wassenberger Bauunternehmer Franz Hastert in Verbindung mit Herrn Melcher die Wassenberger Burg und die dazugehörigen zehn Morgen.

Im Jahr 1956 fällt die Burg Wassenberg zurück an Frau Mary Kofferath, geb. Richartz. Am 5. Dezember 1957 erwirbt die Gemeinde Wassenberg die Burg, mit den dazugehörigen zehn Morgen. 1961 beschließt der Gemeinderat die Burg als Hotel umzubauen.

Von April 1985 bis Januar 2018 war die Familie Rüdiger und Helga Soltisek Eigentümer der Burg Wassenberg, die die Burg Wassenberg kontinuierlich vergrößert haben.

Seit Januar 2018 ist die Burg Wassenberg in Besitz der Familie Willemsen, die das Hotel Restaurant komplett neu renoviert und restauriert haben. Nach einer kurzen Übergangszeit eröffnete im November 2018 zunächst das Restaurant und anschließende im Juni 2019 auch das Hotel seine neu renovierten Pforten.